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# Flugzeugträgergruppe Liaoning passiert Miyako-Straße in den Pazifik und weiter ins Südchinesische Meer… Taiwans Verteidigungsministerium beobachtet mögliche Großmanöver im November und Dezember
- URL: https://www.bexus.info/20261017-news-03-de/
- Published: 2026-10-17T21:39:04.000Z
- Updated: 2026-10-24T10:50:17.000Z
- Description: Nach Angaben des japanischen gemeinsamen Führungsstabs passierten am 14. Oktober vier Schiffe – darunter die Liaoning, zwei Lenkwaffenzerstörer der Renhai-Klasse und ein Lenkwaffenzerstörer der Luyang-III-Klasse – das Seegebiet zwischen der Hauptinsel Okinawa und der Insel Miyako in südöstlicher Ric
- Author: Alfred Kim
- Tags: german, 인도태평양

## Was geschehen ist

Nach Angaben des japanischen gemeinsamen Führungsstabs passierten am 14\. Oktober vier Schiffe – darunter die Liaoning, zwei Lenkwaffenzerstörer der Renhai-Klasse und ein Lenkwaffenzerstörer der Luyang-III-Klasse – das Seegebiet zwischen der Hauptinsel Okinawa und der Insel Miyako in südöstlicher Richtung auf den Pazifik zu. Der gemeinsame Führungsstab gab an, am selben Tag im Pazifik rund 10 Starts und Landungen von Bordflugzeugen der Liaoning festgestellt zu haben, und erklärte, dass die vier Schiffe am 15\. Oktober in Richtung des Südchinesischen Meeres weitergezogen seien. Bei den Gewässern zwischen Okinawa und Miyako handelt es sich um eine internationale Schifffahrtsstraße; die Durchfahrt stellte kein Eindringen in japanische Hoheitsgewässer dar.

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Die chinesische Marine erklärte laut einem Bericht der Taipei Times, die Übung sei „Teil des jährlichen regulären Trainingsplans“ und richte sich „gegen kein bestimmtes Land und kein konkretes Ziel“. Da die Originalerklärung der chinesischen Marine nicht vorlag, stützt sich diese Darstellung auf die Medienberichterstattung; der Grund für die Verlegung nach Süden nur einen Tag nach dem Vorstoß in den Westpazifik wurde nicht bekannt gegeben.

## Zählung des taiwanesischen Verteidigungsministeriums

Das taiwanesische Verteidigungsministerium gab bekannt, ab dem 14\. Oktober um 9:30 Uhr (taiwanische Zeit) 13 chinesische Militärflugzeuge erfasst zu haben, darunter J-16, J-11, Su-30, JH-7 sowie Y-8-Flugzeuge für elektronische Kampfführung. Nach Angaben des taiwanesischen Verteidigungsministeriums hätten 11 dieser Maschinen die Mittellinie der Taiwanstraße überquert und seien in die nördliche, mittlere und südwestliche Luftraumüberwachungszone (ADIZ) Taiwans eingedrungen, um eine „gemeinsame Gefechtsbereitschafts-Patrouille“ durchzuführen.

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Auch die täglichen Lageberichte wurden fortgeführt. Nach Angaben des taiwanesischen Verteidigungsministeriums wurden in den 24 Stunden bis zum 15\. Oktober um 6:00 Uhr 15 Militärflugzeuge, 10 Marineschiffe und 7 Behördenschiffe erfasst, wobei 13 Militärflugzeuge die Mittellinie überquerten. Bis zum 16\. Oktober um 6:00 Uhr waren es 8 Militärflugzeuge, 9 Schiffe und 7 Behördenschiffe, und alle 8 Flugzeuge überquerten die Mittellinie und drangen in die nördliche und südwestliche ADIZ ein. Eine ADIZ ist eine von Staaten zur frühzeitigen Identifizierung festgelegte Zone und stellt keinen Hoheitsluftraum dar. Folglich handelt es sich bei diesen Zahlen nicht um „Verletzungen des Luftraums“, sondern um ein „Eindringen in die ADIZ“.

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Laut der Taipei Times antwortete Pan Jun-kuang, stellvertretender Generalstabschef für Nachrichtendienste im taiwanesischen Verteidigungsministerium, auf einer Pressekonferenz am 15\. Oktober auf die Frage nach der Möglichkeit groß angelegter Manöver rund um Taiwan vor der Hochphase der Übungen der Volksbefreiungsarmee im November und Dezember, man überwache die Entwicklungen mit gemeinsamen Kapazitäten für Aufklärung, Überwachung und Erkundung (ISR). Er sagte zudem, die Aktivitäten der Liaoning-Kampfgruppe hätten bei Ländern der Region Besorgnis ausgelöst. Da der Originaltext und der Mitschnitt der Pressekonferenz des taiwanesischen Verteidigungsministeriums nicht vorlagen, beschränkt sich der genaue Wortlaut der Aussagen auf den Bericht der Taipei Times. Auch die im selben Bericht erwähnte Passage, wonach es „in diesem Jahr keine groß angelegten Übungen zur Einkreisung Taiwans gegeben habe“, konnte nicht anhand einer offiziellen Übungsliste des taiwanesischen Verteidigungsministeriums gesondert verifiziert werden.

Das taiwanesische Verteidigungsministerium erklärte zu diesen Patrouillen, man habe die Lage „mit Einsatzflugzeugen, Schiffen und landgestützten Flugabwehrraketensystemen genau überwacht und darauf reagiert“. Tatsächliche Abfangmanöver oder Kampfhandlungen wurden nicht gemeldet. Betrachtet man die täglichen Zählungen nach Datum, so waren es mit Stand vom 13\. Oktober um 6:00 Uhr 5 Militärflugzeuge (4 überquerten die Mittellinie), am 14\. Oktober 9 (9), am 15\. Oktober 15 (13) und am 16\. Oktober 8 (8). Rein zahlenmäßig stieg die Zahl um den Tag der Patrouille am 14\. Oktober an und ging danach wieder zurück. Allerdings stieg die Zahl der Schiffe von 6 auf 9 bis 10 und die der Behördenschiffe von 4 auf 7, sodass die maritimen Aktivitäten nicht nachließen. Bei den Behördenschiffen handelt es sich um eine Klassifizierung des taiwanesischen Verteidigungsministeriums für nicht-militärische Regierungsschiffe wie die Küstenwache.

## Diplomatische Front

In derselben Woche begrüßte das taiwanesische Außenministerium, dass das Europäische Parlament bekräftigt habe, „die EU habe das ‚Ein-China-Prinzip‘ nie unterstützt“, und Chinas Interpretation der UN-Generalversammlungsresolution 2758 als „Verzerrung“ zurückgewiesen habe. Das „Ein-China-Prinzip“ ist die Position der chinesischen Regierung. Es unterscheidet sich von der „Ein-China-Politik“, die von den Vereinigten Staaten und europäischen Staaten angewendet wird.

## Warum dies von Bedeutung ist

Diese Bewegung ist deshalb bedeutsam, weil die Flugzeugträgergruppe über die Wasserstraßen der Nansei-Inseln und den Westpazifik innerhalb eines einzigen Tages ins Südchinesische Meer verlegt wurde. Die genaue Fahrtroute innerhalb des Südchinesischen Meeres konnte mangels weiterer Erklärungen der japanischen und taiwanesischen Behörden jedoch nicht verifiziert werden. Ein Präzedenzfall sind die Manöver der Volksbefreiungsarmee rund um Taiwan im August 2022 unmittelbar nach dem Besuch der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Das japanische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass China am 4\. August mutmaßlich 9 ballistische Raketen abgefeuert habe, von denen schätzungsweise 5 in Japans ausschließlicher Wirtschaftszone (AWZ) südwestlich der Insel Hateruma niedergingen und 4 die Hauptinsel Taiwan überflogen haben dürften. Am selben Tag meldete das taiwanesische Verteidigungsministerium den Abschuss von 11 ballistischen Raketen der Dongfeng-Serie, womit die Zählungen beider Seiten voneinander abwichen. Da die Original-Pressemitteilung des taiwanesischen Verteidigungsministeriums aus dem Jahr 2022 nicht vorlag, beschränkt sich die Zahl von 11 Raketen auf die von Taiwan News wiedergegebene Mitteilung des Ministeriums. Der damalige japanische Verteidigungsminister Nobuo Kishi erklärte seinerzeit, dies sei das erste Mal gewesen, dass chinesische Raketen in Japans AWZ niedergegangen seien. Da diese Äußerung nicht anhand des Originaltranskripts des Verteidigungsministeriums, sondern über Berichte der Japan Times und von Reuters bestätigt wurde, bedarf der genaue Wortlaut des Ministers einer Überprüfung am Originaltext. Auch die Liaoning-Kampfgruppe passierte nun dasselbe Gebiet um die Nansei-Inseln.

## Nächste Schritte

Anhand der täglichen Lageberichte des japanischen gemeinsamen Führungsstabs und des taiwanesischen Verteidigungsministeriums bleibt abzuwarten, wohin sich die Liaoning-Gruppe im Südchinesischen Meer als Nächstes bewegt. Die chinesische Seefahrtsbehörde gab Navigationswarnungen für Übungen in fünf Seegebieten heraus: Bohai-See, Nordgelbes Meer, Südgelbes Meer (koreanisch: Westmeer), Ostchinesisches Meer und Südchinesisches Meer. Der Bereich im Südgelben Meer soll am 17\. Oktober um 18:00 Uhr (chinesischer Zeit) enden. Die Gewässer rund um Taiwan sind nicht in den Warnzonen enthalten. Das gemeinsame US-japanische Militärmanöver Keen Sword soll am 19\. Oktober beginnen. Der Zeitplan für Keen Sword wurde anhand von Veröffentlichungen japanischer Kommunalverwaltungen und Berichten des USNI verifiziert; eine gemeinsame Originalerklärung des US-Militärs und der Selbstverteidigungskräfte lag nicht vor. Das taiwanesische Verteidigungsministerium veröffentlicht täglich gegen 9:00 Uhr (taiwanische Zeit) Zählungen mit Stand von 6:00 Uhr des Vortages; die nächste Veröffentlichung umfasst die Zählung vom Vormittag des 17\. Oktober.

## Hintergrund: Häufigkeit der Vorstöße der Liaoning in den Pazifik und Umfang der Flugbewegungen

Die vom japanischen Verteidigungsministerium gesammelten und veröffentlichten Daten zu den Flugzeugträgeraktivitäten stellen sich wie folgt dar. Laut einer vom Verteidigungsministerium herausgegebenen Übersicht über die Aktivitäten der chinesischen Marine wurden seit 2016 insgesamt 13 Vorstöße der Liaoning in den Pazifik bestätigt, während bei der Shandong seit 2023 9 Vorstöße in den Pazifik festgestellt wurden. Dasselbe Dokument listet als Zeitpunkte für die Vorstöße der Liaoning unter anderem Dezember 2016, April 2018, Juni 2019, April 2020, April 2021, Dezember 2021, Mai 2022, Dezember 2022 und September 2024 auf, so das Verteidigungsministerium. Die kumulierte Zählung des Ministeriums zeigt, dass die Vorstöße der Flugzeugträger selbst Gegenstand regelmäßiger jährlicher Beobachtungen geworden sind. Diese Anzahl basiert jedoch auf den von japanischer Seite bestätigten und bekannt gegebenen Vorstößen; ob sie mit den von der chinesischen Marine gemeldeten Übungszahlen übereinstimmt, konnte mangels Zugang zu einer kumulierten Liste der chinesischen Seite nicht abgeglichen werden, da eine Original-Veröffentlichungsliste der chinesischen Marine nicht vorliegt.

Es gibt auch Fälle, in denen die Routen ausgeweitet wurden. Laut einer Mitteilung des japanischen gemeinsamen Führungsstabs vom 18\. September 2024 wurden drei Schiffe – darunter die Liaoning und zwei Zerstörer der Luyang-III-Klasse (Kennnummern 120 und 123) – am 17\. September gegen 19:00 Uhr rund 210 km nordwestlich der Insel Uotsuri gesichtet, bevor sie etwa 70 km westlich derselben Insel nach Süden liefen und das Seegebiet zwischen den Inseln Yonaguni und Iriomote passierten, um in den Pazifik zu gelangen. Der gemeinsame Führungsstab gab in derselben Mitteilung an, es sei das erste Mal gewesen, dass die Durchfahrt eines chinesischen Flugzeugträgers durch die Gewässer zwischen Yonaguni und Iriomote bestätigt worden sei. Zur Überwachung wurden demnach die Geleitzerstörer „Takanami“ und „Sendai“ der maritimen Selbstverteidigungskräfte sowie Flugzeuge vom Typ P-1 und P-3C eingesetzt. Da dieser Fall aus dem Jahr 2024 eine andere Route als die aktuelle Durchfahrt der Miyako-Straße betrifft, darf er nicht so verstanden werden, als sei die Miyako-Passage eine Premiere; er dient lediglich als Beleg aus offiziellen Aufzeichnungen dafür, dass die Miyako-Straße nicht der einzige Ausgangspunkt ist, den Flugzeugträger in den Nansei-Inseln nutzen können.

Als Referenzpunkte für das Ausmaß der Flugbewegungen dient Folgendes: Laut einer Mitteilung des gemeinsamen Führungsstabs vom 5\. Juni 2025 stellte die maritime Selbstverteidigungskraft vom 27\. bis 29\. Mai 2025 etwa 140 Starts und Landungen auf der Liaoning fest, darunter rund 80 von trägergestützten Kampfflugzeugen und etwa 60 von Bordhubschraubern; die Gesamtzahl vom 25\. bis 29\. Mai belief sich auf rund 260 Einsätze. In derselben Mitteilung berichtete der gemeinsame Führungsstab, dass Schiffe einschließlich der Liaoning am 30\. Mai im Pazifik nach Süden liefen. In einer darauffolgenden Mitteilung vom 1\. Juli 2025 gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass am 20\. Juni sechs Schiffe, darunter die Liaoning sowie Zerstörer und Versorgungsschiffe, das Seegebiet zwischen der Hauptinsel Okinawa und der Insel Miyako in nordwestlicher Richtung passierten und in das Ostchinesische Meer einliefen; in diesem Zeitraum seien rund 150 Starts und Landungen der Liaoning registriert worden, womit sich die Gesamtzahl unter Einbeziehung der vorangegangenen Zeiträume auf rund 700 belief. Ein einfacher Vergleich mit den „rund 10 Einsätzen“ aus der aktuellen Meldung vom Oktober 2026 zeigt zwar stark abweichende Zahlen, doch lässt sich daraus nicht schließen, dass die Aktivität nachgelassen habe, da Beobachtungszeitraum, Seegebiet und Berichtseinheiten nicht identisch sind. Die Zahlen von 2025 stellen kumulierte Werte über mehrere Tage dar, während der aktuelle Wert die vom gemeinsamen Führungsstab in einer Tagesmeldung erfasste Anzahl wiedergibt, womit die Bezugsbasis eine andere ist.

Dieser Referenzpunkt ist deshalb von Bedeutung, weil weniger die Durchfahrt der Flugzeugträgergruppe selbst als vielmehr die Dauer der Einsätze trägergestützter Flugzeuge ein Maßstab für den Charakter der Übung ist. Der vom japanischen Verteidigungsministerium dokumentierte Fall aus dem Jahr 2025 zeigte eine Operation, bei der die Gruppe im Pazifik verblieb und Hunderte von Starts und Landungen absolvierte, während die aktuelle Meldung die Durchfahrt und die Verlegung in Richtung Südchinesisches Meer im Abstand von nur einem Tag beschreibt, womit das Verweilmuster anders dargestellt wird. Die Zahl der Starts und Landungen sowie die Verweildauer nach dem Einlaufen in das Südchinesische Meer konnten jedoch nicht verifiziert werden, da nachfolgende Erklärungen der japanischen und taiwanesischen Behörden nicht vorlagen, weil entsprechende Folgedokumente beider Behörden nicht veröffentlicht wurden.

Der Fall einer Durchfahrt Ende 2025 stellt sich wie folgt dar: Laut einer Mitteilung des gemeinsamen Führungsstabs vom Dezember 2025 stellte die maritime Selbstverteidigungskraft die Liaoning und zwei Zerstörer der Luyang-III-Klasse am 10\. Dezember rund 210 km südöstlich der Insel Okidaito und am 11\. Dezember rund 390 km südwestlich derselben Insel fest; am 12\. Dezember passierten die Liaoning, ein Zerstörer der Renhai-Klasse, zwei Zerstörer der Luyang-III-Klasse und ein Versorgungsschiff der Fuyu-Klasse das Seegebiet zwischen der Hauptinsel Okinawa und der Insel Miyako in nordwestlicher Richtung und liefen in das Ostchinesische Meer ein. Dieser Fall beschreibt eine Route, bei der die Schiffe mehrere Tage im Pazifik verweilten und dann durch dieselbe Seestraße zurückkehrten; die zeitliche Abfolge der Mitteilungen zeigt, dass sich dieses Bewegungsmuster von der aktuellen Meldung unterscheidet, in der eine Verlegung in Richtung Südchinesisches Meer nach nur einem Tag beschrieben wird. Ob sich die Übungsziele beider Fälle unterschieden, konnte jedoch mangels Abgleichs mit den Originalerklärungen der chinesischen Marine zu den Übungszielen nicht bestätigt werden, da der Originaltext der chinesischen Bekanntmachung nicht veröffentlicht wurde.