Partei der Volksmacht verlässt Sitzung und fordert Samsung- und SK-Zeugen zum Honam-Chipprojekt – Vormittagsprüfung des Klima-Arbeits-Ausschusses endet ohne Fragen

SEOUL
Die Mitglieder der Partei der Volksmacht (PPP) im Ausschuss für Klima, Energie, Umwelt und Arbeit der südkoreanischen Nationalversammlung haben am 19. Oktober den Saal der parlamentarischen Regierungsprüfung verlassen. Sie gingen, weil ihre Forderung, Führungskräfte von Samsung Electronics und SK als Zeugen zu laden, um das Halbleiterprojekt in der südwestlichen Region Honam zu prüfen, nicht angenommen wurde. Die Prüfung des Tages fand in der Nationalversammlung statt und betraf den Ausschuss für die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle sowie die Behörden und nachgeordneten Einrichtungen des Energiebereichs im Ministerium für Klima, Energie und Umwelt. Die Vormittagssitzung endete ohne Fragen der Abgeordneten; um 14 Uhr wurde die Prüfung fortgesetzt. Das vom Parlamentssender NATV live übertragene Sitzungsvideo dokumentiert den Ablauf.
Die Partei der Volksmacht forderte das Erscheinen von Samsung- und SK-Vertretern, weil die Frist für die Zeugenbenennung an diesem Tag ablaufe
Die Prüfung begann mit der Eröffnungserklärung des Ausschussvorsitzenden Kim Jung-ho. Der Vorsitzende erklärte, die Prüfung finde auf Grundlage von Artikel 61 der Verfassung, Artikel 127 des Parlamentsgesetzes und des Gesetzes über die Prüfung und Untersuchung der Staatsverwaltung statt. Die Zeugen der Behörden schworen nach dem Gesetz über Zeugenaussagen und Gutachten vor der Nationalversammlung, nach bestem Gewissen wahrheitsgemäß auszusagen. Der Vorsitzende wies darauf hin, dass eine Eidesverweigerung ohne triftigen Grund oder eine Falschaussage zu einer Strafanzeige führen könne. Kim Dong-cheol, Chef der Korea Electric Power Corp. (KEPCO), Kim Hoe-cheon, Chef von Korea Hydro & Nuclear Power, und Lee Jung-bok, Chef von Korea Western Power, hielten Grußworte und legten Tätigkeitsberichte vor. Die übrigen Behörden reichten ihre Berichte schriftlich ein. Nach den Berichten folgten Wortmeldungen zur Geschäftsordnung.
Als Erster sprach der PPP-Abgeordnete Lee Cheol-gyu. Lee sagte, die Fraktionsobleute beider Parteien im Ausschuss hätten über die Zeugenfrage beraten, bis zum Morgen aber keine Einigung erzielt. Seine Partei habe drei Zeugen beantragt, darunter die Vorsitzenden von Samsung Electronics und SK sowie den Geschäftsführer einer SK-Enkelgesellschaft. Lee sagte, im ganzen Land würden Rechenzentren gebaut und angeworben; Überinvestitionen und Nebenwirkungen zu verhindern sei Aufgabe der Nationalversammlung.
Der PPP-Abgeordnete Lee Jong-bae betonte die Frist. „Heute ist praktisch der Tag X. Es ist die Deadline“, sagte er. Lee sagte, er verstehe nicht, warum die Abgeordneten der Demokratischen Partei nicht aktiv daran mitwirkten, die Chefs der Großkonzerne als Zeugen zu laden. Falls deren Erscheinen schwierig sei, solle man wenigstens Personen laden, die verantwortlich Auskunft geben könnten.
Der PPP-Abgeordnete Kim Wi-sang sagte, er habe am 13. Oktober bei der Prüfung des Ministeriums für Beschäftigung und Arbeit beantragt, Samsung-Electronics-Chef Lee Jae-yong und SK-Group-Chef Chey Tae-won als Zeugen zu benennen. Dass es noch keine Entscheidung gebe, liege in der Verantwortung des Vorsitzenden und der Regierungspartei. Angesichts der verbleibenden Zeit bis zur Gesamtprüfung am 26. Oktober sei dieser Tag faktisch die letzte Gelegenheit. Kim sagte, in der Prüfung müsse nach Investitionsvolumen und Zeitplan des Honam-Halbleiterprojekts, der Sicherung von Strom und Wasser sowie nach Plänen für einen Ausgleich mit der Region gefragt werden.
Die Frist hat eine gesetzliche Grundlage. Artikel 5 Absatz 5 des Gesetzes über Zeugenaussagen und Gutachten vor der Nationalversammlung bestimmt, dass die Ladung „spätestens sieben Tage vor dem Tag, an dem der Bericht oder die Vorlage von Unterlagen verlangt wird, oder vor dem Tag, an dem das Erscheinen des Zeugen verlangt wird, zugestellt werden muss“. Nach Absatz 1 desselben Artikels stellt der Ausschussvorsitzende die Ladung aus. Auch Kim Jung-ho sagte an diesem Tag zur Zeugenfrage: „Man muss es ja eine Woche vorher mitteilen.“ Der Vorsitzende erklärte, die Obleute beider Parteien setzten ihre Gespräche fort, hätten ihre Differenzen aber nicht verringern können.
Die Partei der Volksmacht verlangte, dass zumindest verantwortliche Bereichsleiter erscheinen, wenn schon nicht die Konzernchefs
Die PPP legte auch einen abgeschwächten Vorschlag vor. Die Abgeordnete Na Kyung-won sagte, ihre Partei habe bereits erklärt, dass auch Zeugen auf Ebene der operativ Verantwortlichen genügten, und bat dringend um deren Benennung. In einer weiteren Wortmeldung sagte Na: „Wir bestehen keineswegs auf den Vorsitzenden Lee Jae-yong und Chey Tae-won.“ Es gehe darum, dass verantwortliche Bereichsleiter erscheinen, um Punkt für Punkt zu prüfen, ob Strom, Wasser und Grundstücke reibungslos vorbereitet würden.
Na warf der Demokratischen Partei vor, in der Zeugenfrage eine „eiserne Abwehrmauer“ zu errichten. Sie hege den Verdacht, die Führung der Regierungspartei oder das Präsidialamt Cheong Wa Dae habe angewiesen, das Thema nicht zu behandeln. Ob es eine solche Anweisung gab, ist Nas Behauptung. Nach Prüfung der PPP seien Strom und Wasser grundsätzlich unzureichend, sagte Na. Auch dies ist ihre Behauptung. Würden Fabriken gebaut, die dann nicht in Betrieb gehen könnten, könne das Projekt für die Einwohner von Honam zu einer „Hoffnungsfolter“ werden, sagte sie.
Die PPP-Abgeordnete Kim So-hee sagte, sie habe den Minister für Klima, Energie und Umwelt sowie die Korea Water Resources Corp. nach Strom und Wasser für das Honam-Projekt gefragt, aber nur die Antwort erhalten, man werde sich bemühen. Es brauche ein Verfahren, um mit den Unternehmen gegenzuprüfen, was noch nötig sei; zumindest Fachverantwortliche sollten geladen werden. Sie schlug vor, notfalls kurz zu unterbrechen, um eine Einigung zu suchen.
Auch Zeugen im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen wurden gefordert. Der PPP-Abgeordnete Yun Jae-ok sagte, bei Hanwha Aerospace seien in acht Jahren bei drei Unfällen 13 Menschen ums Leben gekommen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Bestrafung schwerer Unfälle seien bei Hanwha-Tochterfirmen bei 19 Unfällen 23 Menschen gestorben. Die Zahl der Unfälle und Todesopfer sind von Yun vorgelegte Angaben. Sollte Hanwha-Vizechef Kim Dong-kwan nicht als Zeuge benannt werden können, „hat unser Ausschuss, der für die Arbeitssicherheit zuständig ist, meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung“, sagte Yun.
Die Demokratische Partei hielt dagegen, Fragen zu Strom und Wasser könnten an die anwesenden Staatsunternehmen und die Regierung gerichtet werden
Der Abgeordnete Kim Ju-young von der Demokratischen Partei sagte, die Ansprechpartner für Fragen zu Strom und Wasser seien bereits anwesend. Bei der vorherigen Prüfung sei der Chef der Korea Water Resources Corp. erschienen, an diesem Tag seien der KEPCO-Chef und die Chefs der Stromerzeuger da. Unternehmen, die investieren wollten, könnten diese Frage nicht präzise beantworten. Er fügte hinzu, es sei üblich, dass Zeugenbenennungen ohne Einigung der Obleute beider Parteien schwierig seien.
Der Abgeordnete Shin Jeong-hoon von der Demokratischen Partei sagte, der Entscheidungsprozess beim Honam-Projekt lasse sich durch Befragung der Regierung umfassend überprüfen. Die Forderung, Konzernchefs zu laden, sehe so aus, als drehe nicht die Regierung, sondern die Opposition den Unternehmen den Arm um. Er betonte, die Versorgung mit Strom und Wasser sei Aufgabe der Regierung, die man zusammen mit KEPCO zur Rechenschaft ziehen müsse. An dieser Stelle fiel der PPP-Abgeordnete Kim Gi-hyeon ins Wort, es wurde laut, und der Vorsitzende mahnte zur Zurückhaltung.
Der Abgeordnete Ahn Ho-young von der Demokratischen Partei bezweifelte, dass es Aufgabe der Nationalversammlung sei, jedes einzelne Unternehmen wegen seiner Investitionsentscheidungen vorzuladen und zu befragen. Strom und Wasser für Unternehmensinvestitionen seien eine Frage der Infrastruktur, die der Staat bereitstellen müsse; dazu könne man Regierung, KEPCO und Korea Water Resources Corp. befragen. Der Abgeordnete Eo Gi-gu von der Demokratischen Partei beklagte, man verliere jedes Mal den ganzen Vormittag ohne Fragen, und bat, mit der Befragung zu beginnen, während die Obleute weiterverhandelten.
Abgeordnete ohne Fraktionsstatus kritisierten beide großen Parteien
Der Abgeordnete Seo Wang-jin von der Partei für den Wiederaufbau Koreas sagte, der Streit der beiden Parteien dränge prüfungsbedürftige Themen in den Hintergrund. Seo bedauerte zunächst die passive Haltung der Demokratischen Partei. Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) und Halbleitercluster hätten großen Einfluss auf das nationale Stromgleichgewicht; wenn eine Zeugenladung schwierig sei, sollten die Manager zumindest als Auskunftspersonen gehört werden. Seo kritisierte zugleich die PPP, die sich nur auf den politischen Streit konzentriere, ob die Investitionsentscheidungen der Unternehmen auf Druck der Regierung zustande gekommen seien. Auch die unternehmerische Verantwortung von Chung Mong-won, Vorsitzender von Mando, für einen tödlichen schweren Unfall sowie Vorwürfe illegaler Leiharbeit müssten in der Prüfung behandelt werden, sagte Seo und fragte, warum er nicht als Zeuge benannt werde.
Die Abgeordnete Jeong Hye-kyung von der Progressiven Partei sagte, die Prüfung dürfe nicht durch politische Offensiven behindert werden, und plädierte dafür, sie planmäßig fortzusetzen.
Die Vormittagsprüfung wurde ohne Fragen unterbrochen, und der Ausschuss beschloss Vorführungsanordnungen
Der Vorsitzende sagte, er überlasse die Verhandlungen den Obleuten und beginne mit der Einzelbefragung. Zuvor hatte der Obmann der PPP im Ausschuss erklärt, bei den Zeugen zu Arbeitsunfällen gebe es zwischen den Parteien keinen Dissens, und vorgeschlagen, sich zunächst darauf zu einigen. Der Vorschlag, wenigstens Bereichsleiter zum Honam-Projekt zu laden, müsse auch für die Regierungspartei annehmbar sein. Als der Vorsitzende den Beginn der Befragung vorschlug, protestierte der Obmann. Selbst wenn es laut geworden sei, habe ein Ausschuss eine Sitzung noch nie einseitig durchgezogen. Es sei nicht zu spät, die Zeugenfrage in der Mittagspause zu klären und danach mit der Prüfung fortzufahren. Während dieses Schlagabtauschs verließen die PPP-Abgeordneten den Saal.