Japans Verteidigungsminister kontert Russlands Warnung vor Drohnenverkäufen als „feindseliger Akt“ unter Verweis auf nordkoreanische Raketen

TOKIO
Der japanische Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi hat am Vormittag des 23. Oktober (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung in der Lobby des Nebengebäudes des Repräsentantenhauses in Tokio das russische Außenministerium scharf zurückgewiesen, das den Verkauf von Drohnen des japanischen Unternehmens Terra Drone an die Ukraine als „feindseligen Akt“ bezeichnet hatte. Verteidigungsminister Koizumi wies darauf hin, dass Russland einer der weltweit führenden Waffenexporteure sei, in Nordkorea hergestellte Raketen und Munition gegen die Ukraine eingesetzt und nordkoreanische Soldaten auf das Schlachtfeld entsandt habe, und sagte: „これらは明確な国連決議違反です (Dies sind eindeutige Verstöße gegen UN-Resolutionen)“. Am Nachmittag desselben Tages erklärte Außenminister Toshimitsu Motegi, dass ein konsularischer Besuch bei einem von russischen Behörden festgehaltenen japanischen Journalisten noch immer nicht zustande gekommen sei und ein Abteilungsleiter des Außenministeriums in Moskau erneut dessen unverzügliche Freilassung gefordert habe.
Verteidigungsminister Koizumi kontert und bezeichnet Russland als „einen der weltweit führenden Waffenexporteure“
Die dritte Frage bei der Pressekonferenz des Verteidigungsministers an diesem Tag betraf die Russland-Frage. Der fragende Journalist berichtete, das russische Außenministerium habe angekündigt, die Drohnenverkäufe des japanischen Unternehmens Terra Drone an die Ukraine als feindseligen Akt zu betrachten und entschieden darauf zu reagieren, und die Versuche der japanischen Behörden, den Verkauf zu rechtfertigen, sinngemäß als „全く説得力に欠ける (völlig unüberzeugend)“ dargestellt; daraufhin bat er um die Einschätzung des Ministers.
Verteidigungsminister Koizumi ging zunächst auf die von russischer Seite verwendete Formulierung „unüberzeugend“ ein. Verteidigungsminister Koizumi sagte: „ロシアは世界中に武器輸出を展開している世界有数の武器輸出国だという事実を受け止めた上で、このコメントを聞くべきだと思います (Ich denke, man sollte diesen Kommentar zur Kenntnis nehmen und dabei die Tatsache berücksichtigen, dass Russland einer der weltweit führenden Waffenexporteure ist, der Waffen in die ganze Welt exportiert)“.
Im vom Verteidigungsministerium veröffentlichten Protokoll der Pressekonferenz taucht das Wort „Russland“ nur in diesem Wortwechsel auf. Die Ankündigungen zu Beginn der Pressekonferenz umfassten zwei Punkte. Verteidigungsminister Koizumi erklärte, die Abstimmung mit der US-Seite über die Schließung des Hubschrauberlandeplatzes „LZ Phoenix“ in Camp Schwab sei abgeschlossen, nachdem die erforderlichen Funktionen durch den Ausbau von „LZ Rail“ gebündelt worden seien. Zudem kündigte er an, dass der finnische Verteidigungsminister Häkkänen am 26. Japan besuchen werde, um ein Treffen der japanischen und finnischen Verteidigungsminister abzuhalten. Die beiden vorangegangenen Fragen bezogen sich auf die Arbeitsgespräche zwischen der Liberaldemokratischen Partei und der Nippon Ishin no Kai zur Überarbeitung dreier Sicherheitsdokumente noch im laufenden Jahr sowie auf Berichte über Strukturen in einem chinesischen Wüstengebiet, die Flugzeugen der Selbstverteidigungskräfte ähneln.
Nordkoreanische Raketen, Munition und Truppenentsendung als „eindeutige Verstöße gegen UN-Resolutionen“ gerügt
Verteidigungsminister Koizumi sprach anschließend das Thema Nordkorea an. Verteidigungsminister Koizumi sagte: „北朝鮮製のミサイル、そして弾薬、これをウクライナに対して使用しているほか、北朝鮮の兵士を戦場に送っており、これらは明確な国連決議違反です (Neben dem Einsatz von in Nordkorea hergestellten Raketen und Munition gegen die Ukraine schickt es nordkoreanische Soldaten auf das Schlachtfeld, und dies sind eindeutige Verstöße gegen UN-Resolutionen)“.
Verteidigungsminister Koizumi hakte nach: „こういった事実関係も踏まえて、御指摘のようなコメントを受け止める必要があるのではないでしょうか (Muss man solche Kommentare, wie Sie sie angesprochen haben, nicht auch vor dem Hintergrund dieses Sachverhalts betrachten?)“.
Hinsichtlich der Aktivitäten japanischer Unternehmen zog Verteidigungsminister Koizumi eine klare Grenze. Er erklärte: „日本の民間企業が法律にのっとり活動している限り、問題はないと考えています (Solange japanische Privatunternehmen im Einklang mit den Gesetzen handeln, sehe ich darin kein Problem)“. Welche Modelle und wie viele Einheiten Terra Drone geliefert hat und worin die von Russland angekündigte „entschiedene Reaktion“ konkret bestehen würde, wurde auf der Pressekonferenz nicht thematisiert.
Verteidigungsminister Koizumi nannte keine Nummern der UN-Resolutionen, gegen die verstoßen worden sein soll.
Außenminister Motegi schickt Abteilungsleiter nach Moskau und fordert erneut sofortige Freilassung
Auf der Pressekonferenz von Außenminister Motegi, die am selben Tag um 17:12 Uhr im Pressesaal des Außenministeriums stattfand, drehte sich gleich die erste Frage um die Festnahme des japanischen Journalisten in Russland. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Jiji Press fragte nach der „意義 (Bedeutung)“ der Tatsache, dass der Leiter der Europaabteilung persönlich nach Russland gereist war, um die Forderung zu stellen, sowie nach der „日本の申入れに対するロシア側の現在の回答 (derzeitigen Antwort der russischen Seite auf Japans Vorhaltungen)“. Das Protokoll der Pressekonferenz des Außenministeriums trug den Titel „ロシアによる邦人記者拘束事案 (Fall der Festnahme eines japanischen Journalisten durch Russland)“.
Außenminister Motegi erläuterte, dass Kimitake Nakamura (中村仁威), Leiter der Europaabteilung des Außenministeriums, am 20. Oktober nach Moskau gereist sei und dort Gespräche mit Vorobyova, der Leiterin der Dritten Abteilung des russischen Außenministeriums, geführt habe. Motegi erklärte, Japan habe bisher „領事面会の一刻も早い実現、そして邦人の即時開放等を求めてきておりまして (die schnellstmögliche Ermöglichung eines konsularischen Besuchs sowie unter anderem die sofortige Freilassung des japanischen Staatsbürgers gefordert)“, und teilte mit, dass Abteilungsleiter Nakamura diese Forderung der russischen Seite erneut übermittelt habe.
Die Antwort Russlands wurde nicht offengelegt. Außenminister Motegi sagte: „ロシア側の反応については、外交上のやり取りですので詳細は控えますが (Was die Reaktion der russischen Seite angeht, so handelt es sich um diplomatischen Austausch, weshalb ich von Einzelheiten absehen möchte, aber)“. Außenminister Motegi fügte hinzu: „今後も強く領事面会の実現、そして早期の、即時の解放を求めていきたいと思っております (Wir wollen auch weiterhin mit Nachdruck die Verwirklichung eines konsularischen Besuchs sowie eine baldige, sofortige Freilassung fordern)“.
Konsularischer Besuch auch mehr als zehn Tage nach der Festnahme nicht gewährt
Außenminister Motegi erklärte auf der Pressekonferenz am 23. Oktober: „昨日、邦人が拘束をされております拘置所を訪問しましたが、これはあくまで差入れを行うということであり、御家族等が御希望される差入れを実際に行いました (Gestern haben wir die Haftanstalt besucht, in der der japanische Staatsbürger festgehalten wird; dies diente jedoch lediglich der Übergabe von Gegenständen, und wir haben die von der Familie und anderen gewünschten Gegenstände tatsächlich übergeben)“. Die japanische Seite übergab am 22. Oktober Gegenstände in der Haftanstalt, doch Motegi betonte: „領事面会はまだ行われておりませんので (Da ein konsularischer Besuch noch nicht stattgefunden hat)“, womit er verdeutlichte, dass ein persönliches Treffen mit dem Inhaftierten nicht möglich war.
Den Zeitpunkt der Festnahme hatte Außenminister Motegi bereits auf der Pressekonferenz am 20. Oktober genannt. Bei dieser Pressekonferenz wies ein Reporter der Hokkaido Shimbun darauf hin, dass es an diesem Tag genau eine Woche her sei, seit der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) einen männlichen Reporter der Zeitung in Juschno-Sachalinsk im Fernen Osten Russlands festgenommen habe, und bat um die Einschätzung der Regierung dazu, dass der konsularische Besuch, der innerhalb von vier Tagen nach der Festnahme stattfinden sollte, nicht erfolgt sei. Der Reporter fügte hinzu: „早期の面会実現や、記者の早期解放に向けた今後の政府の取組についてお伺いします (Ich möchte nach den künftigen Maßnahmen der Regierung zur baldigen Verwirklichung eines Treffens und zur baldigen Freilassung des Reporters fragen)“.
Außenminister Motegi begann seine Antwort mit den Worten: „今回の事案を含めて、邦人の保護・安全確保には、全力で取り組んでいるところであります (Einschließlich dieses Falls setzen wir uns mit aller Kraft für den Schutz und die Sicherheit japanischer Staatsbürger ein)“. Außenminister Motegi erläuterte, dass das Außenministerium versuche, „現地時間の10月13日からロシア当局に拘束されている邦人に対して、まずは一刻も早い領事面会を行い (zunächst schnellstmöglich einen konsularischen Besuch bei dem japanischen Staatsbürger durchzuführen, der seit dem 13. Oktober Ortszeit von russischen Behörden festgehalten wird)“, um dessen Gesundheitszustand und Sachverhaltswahrnehmung zu überprüfen.
Als vertragliche Grundlage nannte Außenminister Motegi das „日本国とソヴィエト社会主義共和国連邦との間の領事条約の議定書 (Protokoll zum Konsularvertrag zwischen Japan und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken)“. Außenminister Motegi erklärte, dass dieses Protokoll das Recht auf einen konsularischen Besuch so festlege, dass es „逮捕又は拘禁の時から、遅くとも4日までの期間内に行使することができるものと規定されているわけです (innerhalb eines Zeitraums von spätestens vier Tagen ab dem Zeitpunkt der Festnahme oder Inhaftierung ausgeübt werden kann)“.
Außenminister Motegi sagte: „それにも関わらず、明確な理由が示されないまま、領事面会が実現されていない。このことは極めて遺憾だと考えております (Dessen ungeachtet ist ein konsularischer Besuch bislang nicht zustande gekommen, ohne dass dafür ein klarer Grund genannt wurde. Wir halten dies für äußerst bedauerlich)“. Außenminister Motegi führte aus, dass man Forderungen an die russische Seite gerichtet und verschiedene Abstimmungen vorgenommen habe, „先方指定の拘置所への往訪も含めて (einschließlich des Besuchs der von der Gegenseite benannten Haftanstalt)“. Außenminister Motegi betonte: „邦人の安全確保、これが第一だと考えておりまして (Die Gewährleistung der Sicherheit des japanischen Staatsbürgers steht für uns an erster Stelle)“, und erklärte, man werde weiterhin „一刻も早い領事面会の実現、邦人の即時解放、そして、人道的配慮や公正・公平な取扱いをロシア側に強く求めて (von der russischen Seite mit Nachdruck die schnellstmögliche Ermöglichung eines konsularischen Besuchs, die sofortige Freilassung des japanischen Staatsbürgers sowie humanitäre Rücksichtnahme und eine gerechte und faire Behandlung fordern)“. Außenminister Motegi sagte zudem: „外務省としてできることを、今、全てやっている。このことは間違いありません (Wir tun als Außenministerium derzeit alles, was in unserer Macht steht. Daran besteht kein Zweifel)“.