Russland hat ukrainische Energieanlagen innerhalb einer Woche 200 Mal angegriffen, erklärt britischer Außenminister

Russland-Ukraine
Der britische Außenminister Ed Miliband erklärte am 13. Oktober 2026 auf dem Warschauer Sicherheitsforum in Polen, dass Russland in der vergangenen Woche 200 Angriffe auf ukrainische Energieanlagen verübt habe. Das britische Außen-, Commonwealth- und Entwicklungsministerium gab in den am selben Tag veröffentlichten Unterlagen an, dass Russland im gleichen Zeitraum 1.450 Bomben und 1.600 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt habe. Minister Miliband betonte, die europäischen Partner müssten gemeinsam die vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj befürwortete Energiewaffenruhe unterstützen. Die Energiewaffenruhe ist ein Vorschlag zur Einstellung von Angriffen auf Energieanlagen, der zu einem Zeitpunkt vorgebracht wurde, an dem die Ukraine erneut vor einem Winter inmitten von Stromausfällen und extremer Kälte steht.
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Die britische Regierung erklärte, während die Ukraine weiterhin Schritte in Richtung Frieden unternehme, versuche Russland, den Winter als Waffe einzusetzen und ganze Gemeinschaften in die Dunkelheit zu stürzen. Minister Miliband sagte, er habe vor dem Forum vergangene Woche in Kyjiw Kinder getroffen, die in jedem Winter ausschließlich mit Angriffen, Stromausfällen und eisiger Kälte aufgewachsen seien. Er betonte, man dürfe nicht zulassen, dass russische Angriffe darüber entscheiden, ob die Menschen in der Ukraine das Licht oder die Heizung einschalten können. Er wies darauf hin, dass Russland nicht in der Ukraine Halt mache und dass das Gegenüber in Europa Verteidigungssysteme teste, Infrastruktur durch Cyberangriffe und Sabotage ins Visier nehme und versuche, die Entschlossenheit zur Unterstützung der Ukraine zu schwächen. Er sagte, wer Demokratien schwächen wolle, gewinne Kraft aus Spaltung; die Antwort müsse daher Geschlossenheit sein, die Unterstützung von Präsident Selenskyj und das Beistehen für die Ukraine durch eine Energiewaffenruhe.
Auf dem Warschauer Sicherheitsforum bildete die Frage, wie Europa künftig auf hybride Angriffe feindlicher Staaten reagieren soll, einen zentralen Tagesordnungspunkt. Minister Miliband nahm gemeinsam mit den Außenministern Polens, Deutschlands und Norwegens an einer Podiumsdiskussion teil. Da die britische Regierung Russlands Vorgehen als unmittelbare und dringende Bedrohung für die Lebensweise der britischen Bevölkerung einstuft, forderte sie die europäischen Partner auf, ihre wirtschaftliche, industrielle und politische Kraft mit größerer Zielstrebigkeit zu mobilisieren, um ihre Bürger, ihre Interessen und ihre Lebensweise zu schützen. Nach Erläuterung der britischen Regierung stellen Russlands Versuche, Europa zu destabilisieren, auch eine unmittelbare Bedrohung für die Sicherheit und den Wohlstand des Vereinigten Königreichs dar.
Die britische Regierung erklärte, dass Versuche, die Infrastruktur zu erschüttern, vorsätzliche Bedrohungen darstellen, die auf die das Wachstum und die Sicherheit tragenden Systeme abzielen. Das Vereinigte Königreich teilte mit, dass das neue National Information Defence Centre sowie eine neue Kooperation mit Deutschland zur Bewältigung hybrider Bedrohungen die Verteidigung sowohl des eigenen Landes als auch des gesamten Kontinents stärken werden. Die Zusammenarbeit mit Deutschland und die Organisation zur Informationsverteidigung sind Teil des Rahmens zur Abwehr von Cyberangriffen, Sabotageakten und gegen den Informationsraum gerichteten Aktivitäten. Die britische Regierung erklärte, dass diese Maßnahme im Einklang mit dem größten kontinuierlichen Anstieg der Verteidigungsausgaben seit dem Kalten Krieg vorangetrieben werde, wobei in den nächsten vier Jahren über 300 Milliarden Pfund an Verteidigungsinvestitionen fließen sollen. Diese Zahlen zu den Verteidigungsausgaben waren in derselben Erklärung enthalten, in der auch zu einer Energiewaffenruhe aufgerufen wurde.
Nach Einschätzung der britischen Regierung hat sich der Aktionsradius Russlands über die Grenzen der Ukraine hinaus nach Europa ausgeweitet. Die britische Regierung erklärte, dass mit beinahe wöchentlichen Drohneneindringungen entlang der NATO-Ostflanke sowie anhaltenden Cyberangriffen und Sabotageakten gegen kritische Infrastrukturen Moskaus hybride Angriffe in ganz Europa spürbar seien, wobei Polen an vorderster Front stehe. Sie fügte hinzu, dass hybride Sabotage, die zunehmend Energie, Infrastruktur und den Informationsraum ins Visier nehme, das Potenzial habe, auch den Alltag der britischen Bevölkerung real zu beeinträchtigen. Wenn Angriffe auf die Infrastruktur im Winter zu Strom- und Heizungsproblemen führen, verstärkt sich die Auswirkung auf das zivile Leben erheblich.
Die britische Regierung nannte einen Vorfall aus dem Dezember 2025, bei dem Russland das polnische Energienetz angriff, wodurch mitten im Winter fast 500.000 Menschen beinahe ohne Strom geblieben wären, sowie einen Fall von Zugsabotage im Vormonat, bei dem schwere Verluste an Menschenleben nur knapp abgewendet wurden. Beide Fälle ereigneten sich außerhalb der Ukraine. In einem Fall war das Stromnetz eines Nachbarlandes das Ziel, im anderen ein Zug. Minister Miliband traf in Warschau mit dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski zusammen und unterstrich die Solidarität des Vereinigten Königreichs mit Polen, das den russischen Bedrohungen direkt die Stirn bietet. Beide Minister erörterten, dass der Anfang dieses Jahres unterzeichnete britisch-polnische Northolt-Vertrag die Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung, Sicherheit und wirtschaftliche Widerstandskraft vertieft habe und die gemeinsame Reaktion auf hybride Aktivitäten einschließlich Cyber und Sabotage stärke.
Der Aufruf zu einer Energiewaffenruhe erfolgte unmittelbar nach dem ersten Ukraine-Besuch von Minister Miliband. Das britische Außenministerium gab bekannt, dass Minister Miliband am 8. Oktober 2026 seinen ersten Besuch in der Ukraine als Außenminister absolvierte und dort mit Präsident Selenskyj sowie Außenminister Andrij Sybiha zusammentraf. Gemeinsam mit Präsident Selenskyj besuchte er in der Region Tschernihiw den Schauplatz eines Wohnhauses, in dem bei einem jüngsten Angriff mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen waren. Während dieses Ortstermins kündigte die britische Regierung ein Energie- und humanitäres Hilfspaket im Umfang von 54 Millionen Pfund zur Vorbereitung auf den Winter an. Davon sind 20 Millionen Pfund für die ukrainische Energiesicherheit bestimmt und werden in Notfall-Reparaturteams für das Energienetz nach Angriffen, Notstromaggregate und Solarenergie für Stromausfälle sowie neue Technologien zur Diversifizierung der Stromversorgung investiert.
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Die verbleibenden 34 Millionen Pfund werden dafür verwendet, im Vorfeld des Winters Heizung und Wasser für ukrainische Haushalte zu sichern und aufrechtzuerhalten sowie direkte Bargeldhilfe bereitzustellen. Die britische Regierung teilte mit, dass diese Unterstützung gemeinsam mit der ukrainischen Regierung und vor Ort tätigen Hilfsorganisationen wie UNICEF, UNHCR und dem Ukrainischen Roten Kreuz umgesetzt wird. Anfang dieses Jahres erlebte die Ukraine den kältesten Winter seit einem Jahrzehnt, bei dem die Temperaturen auf minus 20 Grad sanken und Millionen Menschen im Dunkeln saßen. Das Vereinigte Königreich unterstützte damals über eine Million schutzbedürftige Zivilisten durch die Lieferung von Generatoren und die Wiederherstellung beschädigter Wasser- und Wärmeversorgungsdienste. Die britische Regierung gab an, seit Beginn der groß angelegten Invasion mehr als 1 Milliarde Pfund an humanitärer Hilfe und Energieunterstützung für die Ukraine bereitgestellt zu haben.
Die Ankündigung vom 8. Oktober umfasste neben der Energieunterstützung auch Maßnahmen gegen Russlands Kriegskasse. Das Vereinigte Königreich kündigte ein Sanktionspaket gegen rund 40 Ziele im russischen Finanz-, Öl- und Technologiesektor an und erklärte, dass mit diesem Schritt das britische Sanktionsregime mehr als 90 Prozent der gesamten Ölförderkapazität Russlands abdecke. Das Vereinigte Königreich hat nach seinen Russland-Sanktionsvorschriften mehr als 600 Schiffe sanktioniert, womit die Gesamtzahl der britischen Sanktionen gegen Russland 3.500 überschritten hat. Bei einem Besuch verwundeter ukrainischer Soldaten, die in einem Krankenhaus behandelt wurden, kündigte Minister Miliband zudem Unterstützung in Höhe von 6,3 Millionen Pfund an, um ukrainische Bemühungen auf nationaler Ebene zu unterstützen, Täter von Kriegsverbrechen vor Gericht zu bringen und zur Rechenschaft zu ziehen. Sanktionen, Justizhilfe und Energieunterstützung entsprechen jenen Teilen der drei von Großbritannien definierten Unterstützungssäulen, die darauf abzielen, Russlands Kriegsfinanzierungslinien zu kappen und die ukrainische Widerstandskraft zu stärken.
Die britische Regierung beschrieb ihre Unterstützung für die Ukraine anhand von drei Säulen: Stärkung der ukrainischen Widerstandskraft, Vorgehen gegen Akteure, die Russlands Kriegsmaschinerie finanzieren, und Stärkung der NATO-Sicherheit bei gleichzeitig energischem Vorgehen gegen Bedrohungen der eigenen nationalen Sicherheit. Minister Miliband erklärte, obwohl Russland den Krieg schon morgen beenden könnte, habe es seine Angriffe stattdessen verstärkt, darunter auch gegen kritische Infrastruktur und das ukrainische Kulturerbe. Er betonte, die Ukraine stehe nicht nur an vorderster Front der Sicherheit Europas und der NATO, sondern auch im Mittelpunkt eines weltweiten Kampfes zur Wahrung der Grundsätze der Gerechtigkeit und der Rechtsstaatlichkeit. An Präsident Wladimir Putin gerichtet erklärte er, man könne durch bloßes Aussitzen nicht gewinnen, und die britische Unterstützung für die Ukraine, gemeinsame Werte und die nationale Sicherheit werde nicht enden, solange kein Frieden gewählt werde.